Clomifen

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  • Clomifencitrat ist ein oral verabreichter Wirkstoff für die milde Ovulationsinduktion. Wenn eine Fruchtbarkeitsstörung durch eine seltene oder fehlende Ovulation verursacht wird, kann Clomifencitrat als erste Fruchtbarkeitsbehandlung angewendet werden. Da Clomifencitrat sicher und kostengünstig ist, verordnen manche Ärzte diese Behandlung bereits nach der ersten Reihe von Fruchtbarkeitsuntersuchungen. Manche Ärzte fahren erst nach einer dreimonatigen erfolglosen Clomifenbehandlung mit eingehenderen Untersuchungen fort.

    Wenn Clomifen allein nicht zum Erfolg führt, kann das Medikament mit anderen Medikamenten kombiniert werden. Wenn es bei der höchsten Dosierung von Clomifen dennoch zu keinem Eisprung oder keiner Schwangerschaft kommt, kann beispielsweise bei Frauen mit PCOS in manchen Fällen neben dem Clomifen auch das Medikament Metformin verordnet werden. Dieses Medikament beeinflusst den Zuckerhaushalt und führt nachweislich in Kombination mit Clomifen zu einem positiven Ergebnis hinsichtlich der Stimulation des Eisprungs. Der Verordnung von diesen Medikamenten geht in vielen Fällen eine körperliche Fruchtbarkeitsuntersuchung voraus. In der Regel wird in jedem Fall eine vaginale Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Eierstöcke und die Dicke der Gebärmutterschleimhaut zu kontrollieren. Darüber hinaus wird eine Samenanalyse durchgeführt, um das Vorliegen von Anomalien der Samenzellen zu überprüfen. Ferner werden Untersuchungen durchgeführt, um Erkrankungen der Hirnanhangdrüse (z.B. ein Prolaktinom), der Schilddrüse oder der Nebennieren auszuschließen.

    Vor der Einnahme von Clomifen sollte eine vaginale Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke durchgeführt werden, um Ovarialzysten (mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an den Eierstöcken) auszuschließen. Wenn der Behandlungszyklus ohne Erfolg blieb und ein weiterer Zyklus ansteht, ist eine erneute Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Eine Zystenbildung kann nach der Einnahme von Clomifen in etwa 5 % der Fälle auftreten.

    Clomifen kann sowohl für die Ovulationsinduktion als auch für die milde Stimulation der Eierstöcke im Fall von IUI angewendet werden. Im Allgemeinen ist Clomifen das erste Medikament, das für die Stimulation des Eisprungs in Erwägung gezogen wird.


    Wirkmechanismus

    Clomifen hat eine entgegengesetzte Wirkung zum weiblichen Hormon Östrogen. Clomifen stimuliert den Körper zur Freisetzung von follikelstimulierendem Hormon (FSH) und luteinisierendem Hormon (LH), den für eine Ovulation notwendigen Hormonen. Das Medikament verhält sich wie ein „Anti-Östrogen” und vermittelt dem Körper somit, dass der Östrogenspiegel niedrig ist. Als Reaktion darauf schüttet der Körper alle notwendigen Hormone aus, die zur Entwicklung eines Follikels führen. Clomifen hat eine direkte Wirkung auf den Hypothalamus, wodurch eine erhöhte Ausschüttung des Hormons GnRH in das Blut herbeigeführt wird. Darüber hinaus wird die Hypophyse für dieses GnRH empfänglicher, was zu einer erhöhten Ausschüttung von FSH und LH und schließlich auch zu einem möglichen Eisprung führt.

    Clomifen kann den Körper dazu veranlassen, das Zwei- oder Dreifache der normalen Menge an Östrogen zu produzieren. Clomifen bewirkt keine direkte Stimulation der Ovulation, sondern bringt den Ablauf der Ereignisse im Zusammenhang mit der Ovulation auf eine indirekte Art und Weise in einen normalen Zustand zurück. Bei Frauen, bei denen sich keine reifen Follikel entwickeln, kann Clomifen zur Entwicklung reifer Eizellen vor der Ovulation beitragen.

    Die antiöstrogenen Eigenschaften können sich auch auf andere Organe auswirken. Manche Frauen stellen möglicherweise fest, dass ihr Zervixschleim dünn und elastisch wird, wie dies normalerweise als Reaktion auf Östrogen und die bevorstehende Ovulation geschieht. Auch die Gebärmutterschleimhaut ist möglicherweise nicht ausreichend vorbereitet.

    Aus diesem Grund wird bei jeder Kontrolluntersuchung auch die Dicke der Gebärmutterschleimhaut gemessen.

    Art der Anwendung

    Clomifen wird in Form einer Tablette über fünf Tage oral eingenommen; wobei die Einnahme im Allgemeinen an Tag 3 bis 7 des Zyklus (Tag 1 ist der erste Tag der vollständigen Menstruationsblutung) beginnt. Die weitere Entwicklung kann in manchen Fällen zu Hause durch Verfolgen der Basaltemperatur (BT) überwacht werden, der Arzt entscheidet jedoch über die optimale Strategie zur Überwachung der Wirkung des Medikaments. Die Art der Kontrolle ist hauptsächlich abhängig von den Gründen, weswegen einer Frau Clomifen verordnet wird und davon, worauf diese Behandlung abzielt. In den meisten Fällen ziehen Ärzte es vor, dass ihre Patientinnen in die Praxis kommen. In vielen Fällen werden die ersten Zyklen während der Einnahme von Clomifen genau kontrolliert, bis ein Eisprung stattgefunden hat. Wenn die richtige Dosierung ermittelt wurde, können die Kontrolluntersuchungen in den darauf folgenden Zyklen weniger streng durchgeführt werden. Da sich als Reaktion auf Clomifen mehrere Follikel entwickeln können, wird in vielen Fällen eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke durchgeführt, um die Entwicklung der Follikel zu überwachen.

    Wenn das Medikament nur für eine Ovulationsinduktion angewendet wird, wird den Paaren empfohlen, einige Tage nach dem letzten Einnahmetag eine Woche lang jeden zweiten Tag Geschlechtsverkehr zu haben.

    Eine ideale Formel zur Vorhersage der geeigneten Dosierung gibt es nicht; die Behandlung wird mit 50 Milligramm in Form einer Tablette pro Tag über fünf Tage eingeleitet. Es besteht eine Korrelation zwischen Körpergewicht und Dosierung. Da die Schwangerschaftsrate bei der zweifachen Dosierung nicht höher ist, macht es keinen Sinn, um eine höhere Dosierung zu bitten. Wenn der erste Behandlungszyklus zu keiner Ovulation führt, wird im zweiten Zyklus um 50 Milligramm, d.h. eine Tablette mehr, höher dosiert. Die Dosis wird jeweils um 50 Milligramm erhöht, bis 150 Milligramm (drei Tabletten) erreicht sind. Ein Erfolg bei 200 Milligramm oder 250 Milligramm ist selten und wird daher nicht angewendet. Wenn bei einer Dosierung von 150 Milligramm keine Ovulation erreicht wird, geht man von einem Versagen der Clomifenbehandlung aus, und es wird zu anderen Behandlungsmöglichkeiten übergegangen.

    Nebenwirkungen

    Jedes Medikament kann Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht zwangsläufig bei jedem auftreten müssen. In manchen Fällen werden keinerlei Nebenwirkungen wahrgenommen, in anderen schwere. Beim Verordnen von Medikamenten muss stets zwischen der beabsichtigen Wirkung und den möglichen Nebenwirkungen abgewogen werden. Im Fall einer Anwendung von ovulationsinduzierenden Medikamenten rechtfertigt die beabsichtigte Wirkung (eine Schwangerschaft herbeizuführen) im Allgemeinen die Anwendung dieser Medikamente.

    Da Clomifen als ein Antiöstrogen wirkt, können Nebenwirkungen auftreten, die durch einen relativen Mangel an weiblichem Hormon verursacht werden (eine Situation, die in gewissem Maße mit der Menopause vergleichbar ist).

    * Ungefähr 10 % der Patientinnen berichten über Hitzewallungen während der Behandlung mit diesem Medikament.
    * Mehr als 5 % der Patientinnen berichten über Blähbauch, Völlegefühl und Unterbauchbeschwerden.
    * Ungefähr 2 % der Patientinnen berichten über Brustspannen, Übelkeit und Erbrechen.
    * Weniger als 2 % der Patientinnen geben Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Haarausfall an.
    * Bei 5 % der Patientinnen entwickeln sich Zysten.
    * Clomifen kann einen trockenen Zervixschleim verursachen, da es dem Körper sozusagen vortäuscht, dass die Östrogenspiegel niedrig sind. Eine mangelhafte Qualität des Zervixschleims kann eine erfolgreiche Befruchtung verhindern.
    * Es besteht eine (kontrollierbare) erhöhte Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften.

    Die Behandlung mit Clomifen wurde mit der späteren Entwicklung eines Ovarialkarzinoms in Zusammenhang gebracht. Bisher liegen zwar keine statistisch fundierten Beweise für eine derartige Beziehung vor, es ist jedoch bekannt, dass bei Frauen, die noch keine Kinder gebärt haben und die schon immer Zyklusprobleme hatten, wegen derer sie Medikamente angewendet haben, eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit von Ovarialkarzinomen besteht. Dieses leicht erhöhte Risiko könnte auch durch die Erkrankung der Eierstöcke selbst und nicht aufgrund der Anwendung der Medikamente herbeigeführt sein. Ein Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Ovarialkarzinomen war bereits bekannt, bevor diese Medikamente verfügbar waren. Es ist jedoch sinnvoll, diese Medikamente nicht über einen unnötig langen Zeitraum zu verordnen.


    Ergebnisse

    Clomifen wird im Rahmen von verschiedenen Behandlungen eingesetzt, wodurch das Ergebnis auch von dem Grund abhängt, weswegen dieses Medikament verordnet wurde. „Bei korrekt ausgewählten Patientinnen kann in 80 % der Fälle eine Ovulation erwartet werden, und 40 % der Fälle werden schwanger”, so Speroff et al., Autoren des Lehrbuchs Clinical Gynecologic Endocrinology and Infertility (Klinische Gynäkologische Endokrinologie und Unfruchtbarkeit). Ungefähr 75 % der Schwangerschaften, die unter Clomifen eintreten, stellen sich in den ersten drei Behandlungszyklen ein. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die Anwendung von Clomifen für eine Ovulationsinduktion.

    Der Prozentsatz von Schwangerschaften pro Ovulationszyklus beträgt ungefähr 15 %. Nahezu 5 % der Schwangerschaften sind Mehrlingsschwangerschaften (überwiegend Zwillinge). Die Paare dürfen sich nicht davon entmutigen lassen, wenn die Anwendung von Clomifen nicht zu einer Schwangerschaft führt – es handelt sich hierbei um die mildeste von unterschiedlichen Herangehensweisen. Wenn die Behandlung nicht zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führt, können Ärzte Clomifen auch mit anderen Medikamenten kombinieren oder sich für eine andere Herangehensweise entscheiden.

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